PokerRing Las Vegas Guide - Teil 1: Wohnen
von Matthias Manhertz — 10.08.09
Vermutlich ist Las Vegas die Stadt mit den meisten Hotelzimmern in den USA, wenn nicht sogar auf der Welt. Jemand der zum ersten Mal dorthin fährt, könnte sich also leicht vom Angebot erschlagen fühlen. Außerdem gilt es “Fallen” wie ungeeignete Hotels und zu hohe Zimmerpreise zu vermeiden. In diesem Artikel möchte ich Vegas-Neulingen bei der Hotelwahl ein wenig unter die Arme greifen, indem ich meine Erfahrungen und darauf basierenden Empfehlungen kund tue.
Das vielleicht wichtigste Kriterium bei der Wahl des Hotels ist zunächst natürlich das Budget. Ist dieses sehr üppig, kann ich das Encore uneingeschränkt empfehlen. Eines der teuersten Hotels in Vegas, aber wenn man mich fragt auch das aller beste. Schon die günstigsten Zimmer sind luxuriös und mit neuester Technologie ausgestattet (Großer Flachbildfernseher, iPod-Dock-Radio, zentrale Steuereinheit für Licht, Vorhänge etc…).
Wenn das Budget jedoch begrenzt ist (oder man einfach für ein Hotelzimmer, auf dem man kaum Zeit verbringen wird, nicht viel zahlen möchte), stellt sich als nächstes die Frage, wie man sich in Vegas fortbewegen möchte. Andauernd lange Wege mit dem Taxi zurücklegen zu müssen, wird nämlich auf die Dauer auch teuer. Ohne Mietwagen wird also eine zentrale Lage bzw. gute Verkehrsanbindung zur obersten Priorität. Zur Fortbewegung in Vegas werde ich mich dann auch noch einmal gesondert im nächsten Artikel ausführlicher äußern.
Wenn man mich fragt, kommen für Vegas-Reisende ohne Mietwagen nur Hotels direkt am Strip in Frage. Und dort nur solche die nördlich vom Mandalay Bay und südlich vom Encore liegen. Dazu gehören von Süden nach Norden: Mandalay Bay, Luxor, Excalibur, Tropicana, Hooters, MGM, New York New York, Monte Carlo, City Center (sobald es fertig ist), Planet Hollywood, Bellagio, Paris, Bally’s, Caesars Palace, Bill’s Gambling Hall, Flamingo, Imperial Palace, Harrah’s, Casino Royal, Mirage, Venetian, Palazzo, TI, Wynn und Encore. Von der Lage perfekt sind davon in meinen Augen alle zwischen Planet Hollywood und Casino Royal.
Mein Favorit, wenn man vor allem auf Lage und Preis Wert legt, ist das Imperial Palace. Es ist zwar alles andere als perfekt, so ist z.B. die Innenarchitektur teilweise geradezu bescheuert und man muss unter Umständen lange, verschachtelte Wege zwischen Zimmer, Casino und Parkplatz in Kauf nehmen. Auch die Zimmer sind alt und zeigen dies deutlich. Dennoch ist das “IP” für unter $40 Dollar pro Nacht eine valide Option. Viel mehr würde ich jedoch zumindest an Wochentagen nicht bezahlen. Ich habe dort während der diesjährigen WSOP für $30 die Nacht eine Woche (inkl. Wochenende) geschlafen und kann mich nicht beklagen. Man sollte jedoch seine Erwartungen entsprechend niedrig halten.
Im mittelpreisigen Bereich hat mir das Planet Hollywood gut gefallen. Wenn man ein Auto hat und selber parken möchte, muss man vom Parkplatz zum Zimmer aber locker 10 Minuten Fußmarsch durch die Einkaufspassage einrechnen, was mich extrem genervt hat. Das P-Ho empfiehlt sich also eher für autolose Vegas-Touristen oder solche, die gerne den Valet-Parking-Service nutzen. Interessant sind am “P-Ho” vor allem die Themed Rooms, die jeweils mit Postern und Requisiten eines Hollywood Filmes dekoriert sind und außerdem frisch renoviert und modern daher kommen.
Im oberen Preissegment empfehle ich dann, wie gesagt, das Encore, auch wenn es etwas außerhalb des “perfekten” Bereichs am Strip liegt. Den kleinen extra Fußweg ist es in jedem Fall wert.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, könnte auch das South Point in Betracht ziehen. Es liegt einige Meilen südlich des Strips, bietet dafür aber neben ordentlichen Zimmern noch ein Kino und eine Bowlingbahn und ist insgesamt gut gepflegt.
Soviel zu meinen bevorzugten Hotels am Las Vegas Strip.
Hier noch zwei kleine “Geheimtipps”:
Geheimtipp 1: Der $20 Trick
Gerade wenn Hotels nicht ausgebucht sind (z.B. unter der Woche), gibt es einen einfachen “Trick”, um kostenlos ein besseres Zimmer zu bekommen, als man es gebucht hat. Im wesentlichen handelt es sich um (geduldete) Bestechung: Bei jedem Check-In wird man nach seiner Kreditkarte und dem Reisepass gefragt. In weiser Vorraussicht, hat man diese bereits vorbereitet und zwischen beide einen gefalteten $20-Schein getan. Während man diesen “Sandwich” nun über den Tresen reicht, fragt man nach einem “Complimentary Upgrade”. In der Regel wissen die Mitarbeiter an den Hotel-Lobbies von Las Vegas nun schon Bescheid und werden entweder ein höherwertiges Zimmer raussuchen und den Zwanziger einstecken oder den Zwanziger zurückgeben mit der Entschuldigung, das alles voll sei. Je kürzer der Aufenthalt, desto größer die Chance, dass man ein Upgrade bekommt. Allerdings wird es dann pro Nacht gerechnet natürlich auch immer teurer.
Geheimtipp 2: Das Desert Rose Resort
Hinter dem Hooters Hotel (welches sich wiederum direkt hinter dem Tropicana befindet) liegt nur einen bequemen Fußweg vom Strip entfernt das Desert Rose Resort. Eigentlich ist das Desert Rose eine Timeshare Anlage, jedoch werden nicht benötigte Zimmer auch an “ganz normale” Gäste vermietet. Statt eines normalen Hotelzimmers mit Schlafzimmer und Bad hat man hier auch ein Wohnzimmer und eine kleine, voll ausgestattete Küche. Regulär werden diese Zimmer derzeit für etwa $70 pro Nacht angeboten, was für das Gebotene schon ein sehr guter Preis ist, zumal sogar das Frühstück und kostenloses W-LAN enthalten sind. Ich hatte das Glück über Hotwire durchschnittliche Tagespreise um die $30 zu erzielen.
Hotwire ist auch eine der drei Webseiten, die ich zum Abschluss dieses Artikels noch vorstellen möchte. Bei der Vorbereitung meines siebenwöchigen Aufenthalts in Las Vegas waren mir alle drei eine große Hilfe:
1. Hotwire
Auf Hotwire bucht man Hotelaufenthalte, ohne vor der Buchung das Hotel genau zu kennen. Dafür sind die Preise gerne auch mal 50% unter den regulären Preisen. Man sucht sich die Hotels nach einem Profil aus, dass eine Sterne-Kategorie, die gebotenen “Amenities” (Zusatzleistungen) und die ungefähre Lage des Hotels wiedergibt und bekommt erst nach der Buchung den Namen und die genaue Adresse des Hotels mitgeteilt. Da es aber durchaus ganz eindeutige Kombinationen dieser Merkmale geben kann, ist es teilweise möglich, bestimmte Hotels mit nahezu 100%er Wahrscheinlichkeit zu bekommen. Wer sich für das Thema interessiert findet im WWW auch einige Seiten, die sich darauf spezialisiert haben, Hotwire-Nutzern das Leben leichter zu machen. Ich persönlich habe bisher nur gute Erfahrungen mit Hotwire gemacht.
2. fatwallet.com
Im Travel-Forum von fatwallet existiert ein Sticky Thread (d.h. er ist immer sehr weit oben) in dem die Nutzer der Seite aktuelle Bonuscodes der verschiedenen Las Vegas Hotels posten. Mit den Jahren ist der Thread etwas unübersichtlich geworden, aber es lohnt, sich immer vor dem Buchen von hinten nach vorne durch den Thread zu arbeiten, bis man bei Einträgen ankommt, die bereits abgelaufen sind. Teilweise kann man mit diesen Codes extrem viel sparen oder Extras wie Showtickets oder Freeplay-Money zum risikolosen Zocken im Casino abgreifen. Im selben Forum gibt es auch allgemeine Informationen zum sparsamen Reisen und z.B. Tipps wie man günstige Hotels, Flüge und / oder Mietwagen bekommt.
3. tripadvisor.com
Hier gibt es Bewertungen und Reviews der meisten Hotels. Wer meinen Urteilen nicht vertraut, kann hier in den Erfahrungsberichten anderer Reisender stöbern bzw. nach der Reise selber welche abgeben.

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